
Ausbildung zum UVV-Prüfer für Hubarbeitsbühnen und Arbeitskörbe
Hubarbeitsbühnen und Arbeitskörbe ermöglichen Arbeiten in der Höhe. Damit Beschäftigte diese Arbeitsmittel sicher nutzen können, müssen technische Mängel rechtzeitig erkannt und fachgerecht beurteilt werden. Hier übernehmen UVV-Prüfer für Hubarbeitsbühnen und Arbeitskörbe eine verantwortungsvolle Aufgabe.
Die Weiterbildung vermittelt Kenntnisse über Prüfanforderungen, typische Schäden und die Dokumentation der Ergebnisse. Sie ergänzt die technische Qualifikation und praktische Erfahrung, die eine zur Prüfung befähigte Person benötigt.
Sie möchten Ihre Kenntnisse erweitern oder Mitarbeitende für diese Aufgabe qualifizieren? Informationen zu unserem Lehrgang finden Sie hier:
➡️ Ausbildung zum UVV-Prüfer für Hubarbeitsbühnen
Was macht ein UVV-Prüfer für Hubarbeitsbühnen?
Ein UVV-Prüfer untersucht, ob sich eine Hubarbeitsbühne in einem sicheren Zustand befindet. Dabei geht es darum, Verschleiß, Beschädigungen und Funktionsstörungen zu erkennen und ihre Bedeutung für die weitere Verwendung einzuschätzen.
Zu den Aufgaben gehören beispielsweise:
- Prüfung der vorhandenen Unterlagen und Kennzeichnungen
- Sichtprüfung auf Beschädigungen und Verschleiß
- Kontrolle sicherheitsrelevanter Bauteile
- Funktionsprüfung der Bedien- und Sicherheitseinrichtungen
- Bewertung festgestellter Mängel
- Dokumentation der Prüfergebnisse
Welche Prüfungen im Einzelnen erforderlich sind, hängt von der Bauart, den Herstellerangaben und den betrieblichen Einsatzbedingungen ab. Hinweise für regelmäßige Prüfungen enthält der DGUV Grundsatz 308-002 „Prüfung von Hebebühnen“.
Welche Hubarbeitsbühnen gibt es?
Je nach Einsatzort und Arbeitsaufgabe kommen unterschiedliche Bauarten zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem:
- Scherenarbeitsbühnen
- Gelenkteleskoparbeitsbühnen
- Teleskoparbeitsbühnen
- Anhängerarbeitsbühnen
- Lkw-Arbeitsbühnen
- Senkrechtlifte
Bei der Prüfung müssen die technischen Besonderheiten des jeweiligen Geräts berücksichtigt werden. Eine Scherenarbeitsbühne stellt andere Anforderungen an die Beurteilung als eine Bühne mit weit ausfahrendem Teleskopausleger.
Für Prüfpersonen ist es deshalb wichtig, die Geräte zu kennen, die sie tatsächlich prüfen sollen. Dazu gehören deren Aufbau, Sicherheitseinrichtungen und mögliche Schadensbilder.
Hubarbeitsbühne und Arbeitskorb – worin liegt der Unterschied?
Der Begriff „Arbeitskorb“ wird im Alltag für unterschiedliche Einrichtungen verwendet. Gemeint sein kann der Arbeitsbereich einer Hubarbeitsbühne oder eine separate Arbeitsbühne, die beispielsweise an einem Gabelstapler aufgenommen wird.
Diese Unterscheidung ist für die Prüfung entscheidend. Eine Arbeitsbühne auf den Gabelzinken eines Staplers lässt sich nicht pauschal wie eine selbstfahrende Hubarbeitsbühne beurteilen.
Für Arbeitsbühnen an Flurförderzeugen mit Hubmast enthält die DGUV Information 208-031 eigene Hinweise zur Beschaffenheit, Verwendung und Prüfung. Dabei ist auch die Kombination aus Arbeitsbühne und Trägergerät zu betrachten. DGUV Information 208-031
Teilen Sie uns bei Ihrer Anfrage deshalb gerne mit, welche Hubarbeitsbühnen oder Arbeitskörbe Sie später prüfen möchten.
Warum sind regelmäßige Prüfungen wichtig?
Beim täglichen Einsatz können Bauteile verschleißen oder beschädigt werden. Manche Veränderungen sind sofort sichtbar, andere fallen erst bei einer gezielten Kontrolle auf.
Prüfpersonen achten beispielsweise auf:
- Verformungen und Risse
- beschädigte Geländer und Zugänge
- Undichtigkeiten
- beschädigte Leitungen und Schläuche
- auffällige Bewegungen oder Geräusche
- fehlerhafte Bedien- und Sicherheitseinrichtungen
- fehlende oder unleserliche Kennzeichnungen
Die frühzeitige Erkennung solcher Mängel hilft Unternehmen, notwendige Reparaturen zu planen und unsichere Arbeitsmittel rechtzeitig aus dem Betrieb zu nehmen.
Welche Vorschriften und Regeln sind relevant?
Für die Qualifizierung und die spätere Prüftätigkeit sind insbesondere folgende Grundlagen von Bedeutung:
- Betriebssicherheitsverordnung: Anforderungen an die sichere Verwendung und Prüfung von Arbeitsmitteln
- TRBS 1203: Anforderungen an zur Prüfung befähigte Personen
- DGUV Grundsatz 308-002: Prüfung von Hebebühnen
- DGUV Information 208-019: Sicherer Umgang mit fahrbaren Hubarbeitsbühnen
- DGUV Regel 100-500, Kapitel 2.10: Betreiben von Hebebühnen
- DGUV Information 208-031: Einsatz von Arbeitsbühnen an Flurförderzeugen mit Hubmast
Welche Grundlagen für einen konkreten Prüfauftrag anzuwenden sind, richtet sich nach dem Arbeitsmittel und der vorgesehenen Prüfung. Die Herstellerunterlagen gehören ebenfalls zur Vorbereitung.
Wer kann zur Prüfung befähigte Person werden?
Die Bezeichnung UVV-Prüfer ist im betrieblichen Alltag verbreitet. Für viele Prüfaufgaben ist die Qualifikation als zur Prüfung befähigte Person maßgeblich.
Nach der TRBS 1203 gehören dazu eine geeignete technische Berufsausbildung oder andere einschlägige technische Qualifikation, entsprechende Berufserfahrung und eine zeitnahe berufliche Tätigkeit. Die Kenntnisse müssen zur Schwierigkeit der übertragenen Prüfaufgabe passen.
Ein Lehrgang unterstützt den Aufbau und die Aktualisierung des Fachwissens. Das Zertifikat allein ersetzt jedoch nicht die erforderliche Erfahrung und die Beurteilung der Eignung für den konkreten Prüfauftrag. BAuA – TRBS 1203
Die Weiterbildung ist daher besonders für technisch erfahrene Beschäftigte interessant, etwa aus Instandhaltung, Werkstatt, Service oder Fuhrparkbetreuung.
Was lernen Sie in der Ausbildung?
Im Mittelpunkt stehen die Anforderungen an Prüfpersonen sowie die Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation von Prüfungen.
Typische Lernbereiche sind:
- Aufgaben und Verantwortung der Prüfperson
- rechtliche und technische Grundlagen
- Aufbau und Funktionsweise der Arbeitsmittel
- typische Mängel und Schadensbilder
- Sicht- und Funktionsprüfungen
- Bewertung von Prüfergebnissen
- Prüfprotokolle und Nachweise
Ziel ist es, technische Beobachtungen nachvollziehbar zu bewerten und Prüfergebnisse so festzuhalten, dass der Betreiber notwendige Maßnahmen daraus ableiten kann.
Wie häufig müssen Hubarbeitsbühnen geprüft werden?
Die Prüffristen werden anhand der Gefährdungsbeurteilung festgelegt. Dabei sind unter anderem Einsatzbedingungen, Beanspruchung und Herstellerangaben zu berücksichtigen.
Die DGUV Information 208-019 verweist für regelmäßige Prüfungen von Hebebühnen auf Abstände von längstens einem Jahr. Kürzere Fristen können aufgrund der tatsächlichen Nutzung erforderlich sein.
Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen regelmäßigen Prüfungen und Prüfungen aus besonderem Anlass. Für außerordentliche Prüfungen gelten zusätzliche Anforderungen an das Prüfpersonal. DGUV Information 208-019
Warum gehört die Dokumentation zur Prüfung?
Ein Prüfaufkleber allein beschreibt weder den Prüfumfang noch festgestellte Mängel. Ein aussagekräftiger Prüfbericht macht nachvollziehbar, welches Gerät geprüft wurde und wie die Prüfperson zu ihrem Ergebnis gekommen ist.
Zur Dokumentation gehören insbesondere:
- eindeutige Zuordnung zum Arbeitsmittel
- Datum und Umfang der Prüfung
- festgestellte Mängel
- Prüfergebnis und erforderliche Maßnahmen
- Angaben zur Prüfperson
Eine sorgfältige Dokumentation unterstützt die weitere Wartungs- und Reparaturplanung und erleichtert die Vorbereitung späterer Prüfungen.
Welche Vorteile bietet eine eigene Prüfperson im Unternehmen?
Eine entsprechend qualifizierte interne Prüfperson kennt häufig die Geräte, Einsatzbedingungen und typischen Belastungen im Betrieb.
Das kann Unternehmen dabei unterstützen,
- Prüftermine besser mit dem Betriebsablauf abzustimmen,
- technische Auffälligkeiten frühzeitig einzuordnen,
- Reparaturen gezielt vorzubereiten,
- Prüfnachweise einheitlich zu führen,
- Zuständigkeiten klar zu organisieren.
Ob interne Prüfungen wirtschaftlich sinnvoll sind, hängt unter anderem von der Anzahl der Geräte und dem vorhandenen technischen Personal ab.
Online lernen oder gemeinsam im Unternehmen
Bei Stapler Schmidt können Sie die Weiterbildung für Hubarbeitsbühnen online sowie als Präsenz- oder Inhouse-Seminar absolvieren.
Im Online-Lehrgang bearbeiten Sie die Inhalte im Selbststudium auf unserer Lernplattform. Dadurch lässt sich das Lernen flexibel mit dem beruflichen Alltag verbinden. Für Unternehmen bietet eine Inhouse-Schulung die Möglichkeit, mehrere Beschäftigte gemeinsam weiterzubilden.
Informationen zu Ablauf, Leistungsumfang und Buchung finden Sie auf unserer Seminarseite für UVV-Prüfer für Hubarbeitsbühnen.
Jetzt zur Weiterbildung beraten lassen
Sie möchten künftig Prüfaufgaben an Hubarbeitsbühnen oder Arbeitskörben übernehmen? Oder möchten Sie Mitarbeitende gezielt auf diese Aufgabe vorbereiten?
Wir beraten Sie gerne zur passenden Schulung. Nennen Sie uns dazu die Gerätearten, die vorhandene Erfahrung und die gewünschte Unterrichtsform.









